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Hartmut Misgeld

Profession:
Tanz, Tanzpädagogik

Geboren:
Köln

Wohnort:
Köln
Hartmut     Misgeld

portraitiert am 05.02.2010

Warum tanzt du?
Jeder Tango ist eine neue Herausforderung, auch wenn ich das Stück schon 200mal gehört, mit dieser Partnerin schon 99mal getanzt habe. Vielschichtige Gefühle wachen auf, ich suche mit der Partnerin gemeinsam nach deren Ausdruck. Das kann streckenweise ein subtiler Machtkampf sein. Ich gehe das Risiko von Enttäuschungen ein und erlebe das Lächeln der Partnerin nachher als Geschenk. Ich gehe wtl. 3-5mal tanzen; ich unterrichte - ältere Tangointeressierte (50 aufwärts) seit Frühjahr 2009. Wenn ich Kontakte zu Schulen anknüpfen kann, werde ich Tango auch an Grundschulen, Hauptschulen u.a. unterrichten. Ich liebe es, meine Erfahrung mit Tango und meine Begeisterung weiterzugeben. Selbst habe ich mit Tango begonnen mit 51, jetzt bin ich 68 J.


In welchen Städten bist du in Sachen Tanz unterwegs?
Köln, Wuppertal, Hamburg



An welchem Ort in Köln tanzt du?
Alte Feuerwache, TangoColón, Severinstorburg, Rheinpark, Kölner Senioren-Gemeinschaft


Was macht deinen Tanzstil aus?
Die Dynamik ist abhängig von dem Charakter der Musik. Viel Innigkeit, keine Show-Elemente, aber clowneske Elemente und Einfälle. Der Ausdruck reicht von verspielt bis dramatisch, von ruhig getragen bis wild stürmisch. Das hängt ab von meiner Partnerin, von der Musik, von meiner aktuellen Stimmung.


Wie bist du zum Tanzen gekommen?
Aus Neugier und Verlegenheit. Der Fitnesstrainer damals (1992) hatte einige Workshops zu besonders günstigen Konditionen angeboten. Längere Zeit, neben den ersten unbeholfenen Bewegungen im Tango, habe ich an afrikanischem und an afro-brasilianischem Tanzen teilgenommen.. Allmählich wurde der Argentinische Tango zur Hauptsache, wurde wichtiger als der Schreibtischberuf, von dem ich lebte.


Wie stellst du dir Deine Zukunft vor?
Tango (und Milonga und Vals) weiter tanzen, überall unterrichten, wo es möglich wird. Projekte und Performances entwickeln, in denen Wort und Tanz sich ergänzen.. Bis zum 80. , also weitere 12 Jahre, soll das gerne so weitergehen.


Was möchtest du unbedingt noch erleben bevor Du stirbst?
Tanz und andere musische Disziplinen sollten mindestens 20 % der Unterrichtszeit an Schulen einnehmen; das Kognitive kommt nach der Stärkung von Persönlichkeit und Selbstvertrauen.


Wer sind deine Helden / innen?
Nein, no heroes any more. Aber sehr hohe Wertschätzung und Achtung habe ich für Royston Maldoom. Wie er arbeitet, das macht mir Mut für mich selbst und Vertrauen, dass eine andere Welt möglich ist.


Welche Musik berührt dich?
Das ist sehr vielfältig. Dazu gehört Jazz der 60er Jahre bis heute (z.B. Charlie Mariano), auch Markus Stockhausen, das sind Musikkulturen aus Nord- und Westafrika, aus der Türkei, dem Iran, dem Balkan. Das ist auch das ein andere aus der Klassik. Die Musik der Tangowelt selbst wieder ist sehr vielfältig. Natürlich berührt mich Piazzolla; dann gibt es noch Aufnahmen mit Hugo Díaz und seiner Mundharmonika als eher tanzbare Stücke, dabei stellen sich meine Rückenhaare auf. Ebenso geht es mir mit etlichen Milongastücken, ihrer Mischung von drängender Dynamik mit Sentimentalität.


Lebensmotto:
Wach sein, sehen hören genießen und tun.


Kontakt
hartmut.misgeld@netcologne.de

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